Jugendkultur am Tropf
21. Januar 2008 von Ola
Letztens feierte das CEE IEH die 150. Ausgabe. Herzlichen Glückwunsch dazu. Aber eine Sache verstehe ich nicht: kaum wird die Gemeinnützigkeit des Conne Island in Frage gestellt, gibt es ein Riesengeschrei. Warum? Sind es die jungen Leute nicht leid, sich über Steuernachlässe und städtische Fördergelder zu finanzieren?
Man muss sich doch fragen, ob sich Plenum und Kassenwart über die Herkunft dieser Fördergelder im Klaren sind: einen großen Teil ihrer Einnahmen erzielen die Kommunen durch die Erhebung von Gewerbesteuern. Und wer zahlt diese? Na in der bundesrepublikanischen Wirtschaftsordnung etablierte Unternehmen! Und diese Leute sind im Zweifel keine strammen Marxisten.
Also, aufwachen, Spenden sammeln und freiwillig auf die Gemeinnützigkeit verzichten. Ihr unselbständigen Autonomen, ihr.







Auch wenn die Medien noch an ihrem alten Feindbild hängen, die Zeit der Autonomen-Ideologie war spätestens seit Mitte der 90er vorbei und im ConneIsland eh nie besonders beliebt. Das CI wurde von Autonomen eher gemieden, weil dort die USA als universeller Schmelztiegel gehypt wird, zu kommerzielle Bands spielen etc. Das CI ist eher ein Mekka der Antifa (eine Zeitlang traf sich dort sogar eine “Konservative Antifa”).
Aber von wegen “auf Kosten der Unternehmen”. Man könnte das auch Revindizierung nennen. Schließlich ist das Geld der Unternehmen ja auf der Arbeit von Menschen erwachsen, die sich am Wochenende im Conne Island den Frust von der Seele tanzen und trinken (mal abgesehen von den Studenten).