Das Debakel bei der SachsenLB: Verantwortlichkeiten unklar.
31. August 2007 von Anke
Inzwischen sind 4 Vorstände der SachsenLB zurückgetreten, darunter Vorstandschef Herbert Süß und seine für das Risikocontrolling zuständige Kollegin Yvette Bellavite-Hövermann. Damit steht das Unternehmen jetzt ohne Führungskräfte aus der alten Riege da. Nachdem also auf operativer Ebene personelle Konsequenzen gezogen wurden, stellt sich jetzt die Frage nach Verantwortlichkeiten des Verwaltungsrats.
In diesem Zusammenhang wird sich vor allem der sächsische Finanzminister Horst Metz unangenehme Fragen gefallen lassen müssen. Laut einer der Leipziger Staatsanwaltschaft vorliegenden anonymen Strafanzeige wurde bereits 2003 über ‘unhaltbare Zustände’ bei der Dubliner Tochtergesellschaft diskutiert. Die derzeit kursierenden Vorwürfe anderer Verwaltungsratsmitglieder an ihren Vorsitzenden Metz scheinen in diesem Zusammenhang schwach. In der Leipziger Volkszeitung vom Dienstag wurde von in der sächsischen Regionalpolitik aktiven Mitgliedern des Aufsichtsgremiums berichtet, die sich in mehreren Situationen als besonders risikofreudig hervorgetan hätten.
Die nächste Zeit wird zeigen müssen, inwieweit auch diese Personen einen Teil der Verantwortung auf sich nehmen müssen. Sicher, der Kapitalmarkt hat seine Tücken, und vielleicht waren nicht alle Verwaltungsräte ausreichend qualifiziert. Aber mit der doch schlichten Erklärung, man sei nicht richtig informiert worden, ist es ja wohl nicht getan. Es scheint doch sehr wünschenswert, daß auch nach dem Verkauf an die LBBW dieses Thema auf dem Tisch bleibt. Wir sind entsprechend sehr gespannt auf die Regierungserklärung von Finanzminister Metz heute im sächsischen Landtag.






